Erinnern Sie sich an ...


... einen deutschen Fernsehpionier

... sicher ist Prof. Manfred von Ardenne (†) einer der wichtigsten Fernsehpioniere in Deutschland. Er stellte 1931 auf der Funkausstellung in Berlin sein erstes, eigenentwickeltes Fernsehgerät vor. Damit war die Urform unseres heutigen Fernsehens geschaffen. - Der Dresdner Physiker Prof. Manfred von Ardenne gilt als einer der bedeutendsten Wissenschaftler unserer Zeit. Bemerkenswert ist die große Vielseitigkeit und hohe Praxisrelevanz seiner Arbeiten. Er war der Inhaber von über 600 Patenten. Schon in jungen Jahren hat er sich als Radio-Pionier einen Namen gemacht, später hat er als Erster das elektronische Fernsehen realisiert und somit die Grundlagen für eine moderne Telekommunikation geschaffen. Es ist nicht leicht, aus der Fülle seiner Forschungsergebnisse das Bedeutendste oder gar Wertvollste herauszuheben.

 

 

 


... eine Schöpferin des modernen Tanz

Gret Palucca (†) ist eine Symbolfigur des 20. Jahrhunderts. Als Mitschöpferin des modernen Ausdruckstanzes brach sie mit künstlerischen und gesellschaftlichen Konventionen und war zugleich Aushängeschild der DDR im Bemühen um internationale Anerkennung. 1902 geboren, zog Palucca mit sieben Jahren aus ihrer Geburtsstadt München weg, nach Dresden. Die Tochter einer ungarischen Jüdin und eines aus Konstantinopel stammenden Apothekers, bewegte sich schon immer gern. In ihrem Körper fühlte sie sich sicher. Sie sprang und hüpfte herum, kletterte auf Bäume, drehte sich gern im Kreis. Mit 12 Jahren nahm sie Ballettunterricht. Doch mit dem Klassischen Tanz konnte sie sich nicht anfreunden. Er war ihr zu brav, zu eng, zu sehr geformt und angepasst. Palucca war ungestüm, voller Energie. Sie wollte sich entfalten. Eigenständig und uneingeschränkt. Palucca startete eine Solokarriere und gründete 1925 eine eigene Schule in Dresden. Gefördert wurde ihr Aufstieg durch ihren Ehemann Friedrich Bienert, einen Kunstmäzen und Besitzer der gleichnamigen Dresdner Hofmühle. Eine Ausstellung im Museum der Bienert-Mühle gibt Einblick in Paluccas bewegtes Leben und dokumentiert ihre zahllosen Reisen.


... das Prager Marionettentheater "Spejbl & Hurvinek"

Miloš Kirschner (†) mit Hurvínek und Spejbl
Miloš Kirschner (†) mit Hurvínek und Spejbl
Helena Štáchová  (†) mit Mánička und Frau Kateřina
Helena Štáchová (†) mit Mánička und Frau Kateřina
Helena Štáchová (†) und Martin Klásek mit ihren Puppen
Helena Štáchová (†) und Martin Klásek mit ihren Puppen

„Hurvínek und Spejbl“ sind die zwei berühmtesten Marionetten des tschechischen Puppenspielers Josef Skupa (†). Vater Spejbl wurde 1919/1920 vom Pilsener Holzschnitzer Karel Nosek nach Vorlagen Skupas gefertigt. Im Jahre 1926 folgte Sohn Hurvínek, gefertigt von Gustav Nosek, dem Neffen von Karel Nosek. In späteren Jahren gesellten sich weitere Figuren hinzu: Hurvíneks

Freundin Mánička (1930), Hund Žeryk (1930, deutsch auch Jerry) und Frau Kateřina (1971), die Großmutter Máničkas. Spejbl und Hurvínek wurden vom Prager Marionettentheater Spejbl und Hurvínek weltweit in 31 Ländern und insgesamt 21 Sprachen aufgeführt. Ihre bisher größte Popularität erlangten Spejbl und Hurvínek ab den 1950er Jahren. Dies wird unter anderem Miloš Kirschner (geb. 16. März 1927 in Prag; † 2. Juli 1996 in Prag) zugeschrieben, der von Skupa an seinem Lebensabend als sein Nachfolger und Erbe bestimmt wurde. Von 1951 bis zu seinem Tod 1996 verlieh Kirschner Vater und Sohn Stimme und Auftritt. Sein Nachfolger wurde der von ihm ausgebildete Martin Klásek, der Spejbl und Hurvínek bis heute spricht.

Die weiblichen Figuren spielte Helena Štáchová (geb. 18. November 1944 in Prag; † 22. März 2017 in Prag), die nach dem Tode ihres

Ehemannes Miloš Kirschners zur Direktorin des Theaters ernannt wurde. Sie führte und sprach bis 2016, ein Jahr vor ihrem Tod, Mánička und die unter auf ihre Anregung hin und unter ihrer und Kirschners Mitarbeit für sie geschaffene Figur der Frau Kateřina.

Seit 2018 wird das Prager Marionettentheater von Denisa Kirschnerová geleitet. 


... "Die Stimme des Fußballs"

Er war Berliner von Geburt und Münchner aus Leidenschaft. Als Reporter zählte er zu den Charakterköpfen des Bayerischen Rundfunks, machte jedoch nicht nur Programm für Hörfunk- und Fernsehen, sondern auch für die Brettlbühne. - Der Macher und Möglichmacher, Tausendsassa und vielbegabte Strippenzieher war eine der bekanntesten deutschen Stimmen, wenn es um Fußfall ging. - Sammy Drechsel, bürgerlich: Karl Heinz Kamke, geboren am 25. April 1925 in Berlin, macht sich zu Beginn seiner Karriere vor allem als Journalist einen Namen: Im Alter von 25 Jahren bekommt er eine Stelle als Sportreporter beim Bayerischen Rundfunk.Im Jahr 1956 gründet er gemeinsam mit seinem Freund DieterHildebrandt die Münchner "Lach- und Schießgesellschaft". Drechselübernimmt die Leitung der Gruppe und agiert vor allem als Regisseur. Als Darsteller ist Drechsel zuletzt 1986 in einem Kurzauftritt in Helmut Dietls satirischer TV-Serie "Kir Royal" zu sehen – als er selbst. Noch vor der Erstausstrahlung stirbt Sammy Drechsel, der bis zuletzt als Sportreporter für den BR arbeitete, am 19. Januar 1986 in seiner Wahlheimat München. - Er war übrigens, seit 1962, mit Irene Koss (†) verheiratet.


... "Sport und Musik“ in der Wochenschau

In den 1950er- und 1960er Jahren kannte jeder Kinobesucher Müllers Titel „Sport und Musik“ aus der Sportberichterstattung in der Wochenschau. Werner Müller war als RIAS- und WDR-Tanzorchesterchef vielfach als musikalischer Leiter für Sendungen von Hans Rosenthal verantwortlich: „Spaß muß sein“, „Allein gegen alle“, u.a.

Auf dem Bildschirm produzierte er Anfang der 1960er Jahre die legendäre Sendereihe „Werner Müllers Schlager-Magazin“ (NDR/RIAS-Produktion) mit dem Moderator Harald Juhnke. Werner Müllers Komposition "Blende auf" wurde während 42 Jahren täglich als Kennmelodie in der beliebten Sendung "Autofahrer unterwegs" von Radio Wien (ORF) verwendet. Werner Müller ist am 28. Dezember 1998 in Köln im Alter von 78 Jahren verstorben.

 


… Wunschkonzert des Bayerischen Rundfunk

Als Moderator des Wunschkonzerts wurde Fred Rauch (* 28. September 1909 in Wien; † 1. Juni 1997 in Gmund am Tegernsee) weit über Bayern hinaus bekannt und beliebt. Das WUNSCHKONZERT lief von 1947 bis 1978 mit etwa 1.500 Sendungen. Rauch gilt als Entdecker und Förderer von Slavko Avsenik und seinen original Oberkrainern. Auch Die 3 lustigen Moosacher und die Hot Dogs wurden durch Fred Rauch zu regionalen Stars. Seine Rundfunkbotschaft, aus Krankenhäusern kamen waschkörbeweise Hörerwünsche für den Titel "Du bist nicht allein", bewirkte den Durchbruch für den Augsburger Sänger Roy Black.


… Mitternacht in München - mit dem "Mann mit der Pfeife"

Werner Götze (geb. 23. April 1925 in Insterburg; † 14. Juni 2010 in München), der Mann mit der Pfeife, moderierte u.a. Sendungen wie „Mitternacht in München“ und „Jazz auf Reisen“. Werner Götze war 1925 in Insterburg in Ostpreußen geboren worden. Ende des zweiten Weltkriegs befand er sich in München, wo er mit Freunden die Jazzband „Alpine Combo“ gründete. Wie viele andere, spielte auch diese Band in amerikanischen Soldatenclubs, wo sie mit Zigaretten bezahlt wurde. Der damalige Leiter der Abteilung „Tanzmusik und Unterhaltung“ Jimmy Jungermann wurde auf ihn aufmerksam und holte Werner Götze zu Radio München. Götze wurde neben Jungermann einer der Moderatoren der Sendung „Mitternacht in München“, die vom 2. Dezember 1947 an Platten und Live-Jazz sendete – und dies schon bald dreimal pro Woche. Werner Götze blieb beim Radio und lebte fortan da seine Begeisterung für swingende Klänge aus. „Wir schallplatteln“ und „Der Plattenkramer“ hießen andere Sendungen, die er moderierte. Und auch bei Bayern 3 war er von Anfang an mit von der Partie – wo er unter anderem die Sendung „Musik-Report“ moderierte und betreute. Von 1976 bis 1982 war Götze Leiter der Abteilung „Leichte Musik“, die damals auch für so populäre Sendungen wie „Pop nach Acht“ mit Thomas Gottschalk zuständig war. Bis in die 90er-Jahre konnte man das ostpreußisch gerollte „R“ Werner Götzes in Radio-Stunden über die stets von ihm bevorzugte traditionell swingende Jazzmusik von Django Reinhardt bis Frank Sinatra gelegentlich noch hören.


… Die Klementine aus der Werbung

So kennen sie Millionen von Menschen: Die KLEMENTINE von Arial. Hinter dieser Werbefigur versteckte sich Johanna König (geboren 27.03.1921 - verstorben 03.03.2009), die auch als Schauspielerin bekannt war. Sie trug natürlich weiß. Bei Waschmittelwerbung muss das so sein. Die Vollwaschkraft der Werbe-Ikone Klementine kam also in weißen Latzhosen zur Geltung. Dazu hatte die patente Frau ein Hütchen auf und steckte in einem rot-weiß kariertem Hemd.So wurde Klementine zu einer Vorzeigefrau der Bundesrepublik, sie warb als fröhlich arbeitende Klempnerin für Waschmittel, das nach dem Luftgeist in Shakespeares „Sturm“ benannt ist, und sie versprach "Wäscht nicht sauber, sondern rein“. Manchmal auch "porentief rein“, was bei einer Klempnerin auch ein bisschen heikel ist. Klementines Arbeit begann im Schicksalsjahr 1968, und sie steht beispielhaft für die Mentalitätsgeschichte der erfolgreichen Bundesrepublik. Klementine hatte wenig mit der braven Hausfrau gemein, die in den Fünfzigern mit Rock an der Waschmaschine stand und auf den Mann wartete. Sie arbeitete im klassischen Männerberuf. Sie war selbst bestimmt und frech. Gestandene Wäscherinnen nahmen ihre Tipps ebenso an wie Feministinnen, die sich gerne mit ihr arrangierten, auch wenn sie verachtete Tugenden wie „Reinheit“ anpries.


… Interessantes aus dem Tierreich

Zu "Expeditionen ins Tierreich"  lud Prof. Heinz Sielmann (geboren 02.06.1917 - verstorben 06.10.2006) über fünfundzwanzig Jahre die Fernsehzuschauer ein. Für sein Schaffen wurde Sielmann mehrfach geehrt. Heinz Sielmann widmete den überwiegenden Teil sein Lebens den Tierfilmen. Bis ins Jahr 2006 hatte sich Heinz Sielmann für die Aktivitäten der Heinz Sielmann Stiftung engagiert. Dazu gehörten die Initiierung und Unterstützung von Biotop- und Artenschutzmaßnahmen in Deutschland und im europäischen Ausland. Ein ausschlag-gebender Teil der Stiftungs-Arbeit besteht noch immer im Flächenerwerb in Brandenburg, etwa Sielmanns Naturlandschaft Wanninchen, Sielmanns Naturlandschaft Groß Schauener Seen, Sielmanns Naturlandschaft Döberitzer Heide. Ähnliche Projekte gibt es aber auch in Bayern, des weiteren Vogelschutzprojekte in Russland (Rybatschi) und Süditalien, das Natur-Erlebniszentrum Gut Herbigshagen und viele mehr.


… Ein Mann der Sport- und Fernsehgeschichte schrieb

Hans-Jürgen Bäumler (* 28. Januar 1942 in Dachau) ist ein deutscher, ehemaliger Eiskunstläufer und heutiger Schauspieler. Nach seiner Karriere als Sportler war er außerdem Schlagersänger und Moderator. Im April 1964 wurde die erste Single mit der A-Seite Wunderschönes fremdes Mädchen veröffentlicht. Binnen kurzer Zeit schoss der Titel in den Hitparaden nach oben und erreichte sowohl beim Deutschlandfunk, dem Bayerischen Rundfunk als auch bei Radio Luxemburg Platz eins. In der Hit-Parade der Musikfachzeitschrift Musikmarkt erreichte der Titel den dritten Rang. Seiner Ausbildung zum Schauspieler und dem Sprachstudium in München folgte 1968 das erste Engagement am Heidelberger Theater "Tangente" mit Edith Hancke und Waltraut Haas. In vielen Hauptrollen stand er danach in Österreich, der Schweiz und in Deutschland auf der Bühne. Ab Mitte der 1980er-Jahre war er Moderator von verschiedenen Quizsendungen, unter anderem "Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm" (1984–1987), "Das waren Hits" (1986–1994), und "Was wäre wenn" (1987–1989), im ZDF. Von 1990 bis 1993 moderierte er bei RTL plus die Quizshow "Riskant!". Hans-Jürgen Bäumler ist Träger des Silbernen Lorbeerblattes. Die Berliner Sportpresse verlieh ihm das „Goldene Band der Sportpresse“. 2011 wurde er in die Hall of Fame des deutschen Sports aufgenommen.


… Den singenden Weltmeister und Olympiasieger

Manfred Schnelldorfer (* 2. Mai 1943 in München) ist ein ehemaliger deutscher Eiskunstläufer, der im Einzellauf startete. Er ist der Olympiasieger von 1964 und der Weltmeister von 1964.

Schnelldorfer war als „singender Sportler“ auch als Schlagersänger und Schauspieler tätig, bevor er Trainer und Fachsportlehrer wurde. Von 1974 bis 1981 war er der erste

Eislaufbundestrainer. Manfred Schnelldorfer lebt in München und hatte bis 1995

ein eigenes Sportgeschäft. Neben dem Eiskunstlauf betrieb er auch Rollkunstlauf und wurde hier 1958 dritter der Weltmeisterschaften der Herren. Schnelldorfer gilt als Entdecker der Eiskunstläufer Rudi Cerne und Norbert Schramm.